Implementierung eines KI-gestützten Kundendienstagenten bei einem globalen B2B-Hersteller von Messtechnik
Wie ein mittelständisches Unternehmen für Präzisionsinstrumente seine Kundendienstabläufe transformierte – Reaktionszeiten verkürzte, Wachstum ohne Personalzuwachs erzielte und die Kundenzufriedenheitswerte in 14 Ländern verbesserte.
Das Unternehmen produziert und vertreibt Präzisionsmessgeräte – Drehmomentsensoren, Kraftmessgeräte, Kalibriersysteme und Datenerfassungshardware – die hauptsächlich an Automobilhersteller, Luft- und Raumfahrtzulieferer sowie industrielle Forschungslabore verkauft werden. Mit über 8.000 Artikeln und einem technisch versierten Kundenstamm bearbeitete der Kundensupport ein komplexes Spektrum an Anfragen: von Konfigurationsfragen vor dem Kauf über Kalibrierungsanfragen und Software-Fehlerbehebung bis hin zu RMA-Prozessen (Rücksendegenehmigung). Ein Team von 24 Anwendungsingenieuren und Servicespezialisten bearbeitete eingehende Anfragen per E-Mail, Telefon und über ein älteres Webportal. Die durchschnittliche Antwortzeit per E-Mail betrug rund 18 Stunden, in der Hochsaison verlängerte sie sich auf 3–4 Tage. Die Kundenzufriedenheit (CSAT) lag im Durchschnitt bei 72 von 100 Punkten – akzeptabel, aber weit unter den Erwartungen des Unternehmens und der Konkurrenz.
Trotz starker technischer Produkte sah sich das Unternehmen wachsendem Druck im Kundenservice ausgesetzt:
Hohes Anfragevolumen
Technische Fragen zu Kalibrierung, Installation und Konformitätsstandards.
Fragmentierte Unterstützung
Regionale Teams, die unterschiedliche Tools und Wissensdatenbanken nutzen.
Langsame Reaktionszeiten
Insbesondere außerhalb der örtlichen Geschäftszeiten.
Partnerabhängigkeit
Den Distributoren fehlte der konsistente Zugang zu aktuellen technischen Informationen.
Steigende Kosten
Die globale Skalierung menschlicher Unterstützung war teuer und ineffizient.
Das Unternehmen hat sich entschieden einen umfassenden, sprachmodellbasierten Kundenservice-Agenten einzuführen, der tief in die bestehende CRM-, ERP- und Dokumentenmanagement-Infrastruktur integriert ist. Der Agent wurde mit einem strikten Stufenmodell entwickelt: Bearbeitung, Eskalation oder Zurückstellung – jede Eskalation wird protokolliert und überprüft, um kontinuierliche Verbesserungen zu erzielen. Zu den wichtigsten architektonischen Entscheidungen zählten die ausschließliche Verwendung von kuratiertem internem Wissen (Produkthandbücher, Kalibrierungszertifikate, Servicebulletins, FAQ-Datenbanken) anstelle von frei zugänglichen Webquellen, die Durchsetzung strenger Datenklassifizierungsregeln, um zu verhindern, dass exportkontrollierte Produktdetails unbefugten Benutzern zugänglich gemacht werden, und die Integration einer manuellen Überprüfung für alle Anfragen zu regulatorischen Angelegenheiten, Preisverhandlungen oder der Planung von Außendiensttätigkeiten.
Ermittlung und Datenprüfung
Die Support-Tickets der letzten drei Jahre wurden katalogisiert, die 200 häufigsten Anfragekategorien identifiziert und die 40 Cluster mit der höchsten Häufigkeit und dem geringsten Risiko für die KI-Automatisierung priorisiert. Die Produktdokumentation (18.000 Dokumente) wurde bereinigt und strukturiert.
Pilot deployment - intern
Der Agent wurde intern für das Serviceteam eingeführt, um ihn anhand realer Anfragen einem Stresstest zu unterziehen. Der Fokus lag dabei auf Kalibrierungsabfragen, Kompatibilitätsfragen und der Verfolgung des RMA-Status. Es wurden 1.200 manuell geprüfte Interaktionen erfasst, um Bewertungsmaßstäbe zu erstellen.
Pilotprojekt mit ausgewählten Kunden
Die KI wurde bei 180 Bestandskunden in drei Märkten (Deutschland, USA, Japan) eingeführt. Sie lief parallel zu menschlichen Mitarbeitern; jede KI-Antwort wurde vor der Übermittlung geprüft. Tonfall, Zitatformat und Eskalationsschwellen wurden wöchentlich optimiert.
Full production rollout
Ausweitung auf alle 14 Märkte und 6 Sprachen. Abschaffung der manuellen Überprüfung in Tier-1-Kategorien. Integration mit dem CRM für kontextbezogene Kontoinformationen. Einführung von Eskalationsweiterleitung in Echtzeit und Kundenzufriedenheitsumfragen nach der Interaktion.
40 % Reduzierung der First-Level-Support-Tickets
Erhebliche Kosteneinsparungen im Support-Betrieb
60 % schnellere Reaktionszeiten weltweit
+25 % Partnerzufriedenheit durch verbesserten Informationszugang
24/7-Verfügbarkeit in allen wichtigen Märkten
Stärkerer Fokus auf komplexe, hochwertige Kundenanliegen
Integration mit IoT-Geräten für prädiktiven Support
Sprachgestützte KI-Unterstützung für Außendiensttechniker
Tiefere CRM-Integration für personalisierte Antworten
Expansion in die Bereiche Vertriebsunterstützung und Lead-Qualifizierung
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